Marco Polo: Ein Ferienhaus auf Rädern

 

 

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Von Klaus H. Frank

Das Jahr 2015 dürfte für die Reisemobilbranche das beste seit 20 Jahren werden, prognostizieren Experten vom Caravaning Verband. Zwischen Januar und Juli sind die Reisemobilzulassungen um 10,8 Prozent auf 22 398 Fahrzeuge gestiegen – und der Boom hält an. Immer beliebter werden Fahrzeuge mit kompakten Dimensionen, da sie nicht allein für den Urlaub sondern auch im Alltag gut nutzbar sind. Ein Star unter diesen Campern trägt den Stern: der Marco Polo.

Auf Basis der luxuriösen Mercedes V-Klasse haben die Schwaben gemeinsam mit Westfalia ein kompaktes Freizeitmobil gezaubert, das in Sachen Vielseitigkeit und Alltagsnutzen kaum Wünsche offen lässt. Der Innenraum ist im Stile einer modernen Lounge eingerichtet – superschick. Es ist ideales Ganzjahres-Fahrzeug für junge Familien, „empty nesters“ (Ehepaare, deren Kinder aus dem Haus sind) oder sport- und freizeitorientierte Menschen.

Mit 5,14 Meter Länge, 1.93 Meter Breite und einer elektromechanischen Servolenkung ist der Marco Polo wendig wie ein Pkw, lässt sich mühelos in Parklücken rangieren und eckt mit der Höhe von 1,98 Meter auch in Tiefgaragen und Parkhäusern nicht an.

Seine Stärke jedoch spielt er im Urlaub aus. Ausgestattet mit Küchenzeile, Kleiderschrank, Sitz-/Liegebank im Heck, drehbaren Vordersitzen, einem klapp- und verschiebbaren Tisch sowie einem Dachbett ist er ein kleines Haus auf Rädern. Hier wird nicht nur gewohnt und geschlafen, sondern auch gekocht – auf dem zweiflammigen Gaskocher bruzzeln Steaks und köcheln Spaghetti genauso gut wie zu Hause. Eine Kompressor-Kühlbox schluckt 40 Liter und produziert bei minus 20 Grad klirrende Eiswürfel für den Sun-Downer. Der Frischwassertank fasst 38 Liter.

Die Zweiersitzbank im Fond kann verschoben werden. Nach Umklappen der Sitzlehnen entsteht ein 2,03 Meter langes und 1,13 Meter breites Bett. Ein zweites, gleich großes Doppelbett findet sich oben unter dem wasserdichten, atmungsaktiven Aufstelldach.

Es macht Spaß auf Tour zu gehen: Eine Eingewöhnung ist nicht nötig, denn das ergonomische Cockpit ist nahezu identisch mit dem der C-Klasse. Das 2,2-Liter-Diesel-Aggregat mit den Leistungsstufen 136, 163 und 204 PS ist laufruhig und durchzugsstark, könnte in der Top-Version mühelos ein Boot mitschleppen. Der Norm-Verbrauch liegt bei allen Motoren knapp über sechs Liter.

Der Marco Polo ist ein Luxusobjekt und deshalb auch nicht billig. Das Basismodell kostet 56 049 Euro, die Top-Variante 61 427,80 Euro – Haus- und Grundsteuer sind für das Ferienhaus auf Rädern bleiben einem erspart.

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