Golf Sportsvan: Vergessen ist das Opa-Auto

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Von Klaus H. Frank

Der VW Golf plus wurde ganz gern mit etwas Spott übergeschüttet: Opa-Auto, Rentner-Golf etc. Beim Nachfolger ist das vorbei. Der glänzt mit Chic, zeigt Kante und schon sein Name klingt ungleich dynamischer – Sportsvan. An diesem Golf-Derivat gibt es wahrhaftig nichts zu mäkeln. Das komplett neue Auto besitzt genau jene beliebten Attribute, die schon sein Vorgänger hatte und die vor allem der älteren Generation das Leben leichter machten: leichter Einstieg, hohe Sitzposition (bis 8,5 Zentimeter höher als im Normal- Golf) und gute Rundumsicht.

Den Designern ist es gelungen, den einstigen Biedermann auf jugendlich frisch umzufrisieren. Der hochwertige Innenraum des auf 4,34 Meter gewachsenen Sportsvans ist variabel und geräumig. Er besitzt eine 60:40 geteilte Rückbank, deren einzelne Elemente sich um 18 Zentimeter längs verschieben lassen. Das schafft entweder mehr Platz für die Passagiere oder erweitert den Kofferraum auf bis 1520 Liter. Wird die Beifahrerrückenlehne nach vorne geklappt, können Gegenstände bis zu einer Länge von 2,48 Meter eingeladen werden. Hier im schicken Innenraum fühlt sich jeder wohl. Das optionale Panorama-Ausstell-/Schiebedach lässt viel Sonne in den Innenraum und setzt ganz nebenbei auch jede Menge Glückshormone frei. Es sorgt für ein komplett neues Fahrgefühl sowie eine unvergleichliche Aussicht. Und außerdem machtdas Fahren auch noch viel mehr Spaß.

Ein Gewinn sind die vielen (leider meist optionalen) Assistenzsysteme. Als Favorit dürfte sich der erstmals in einem Golf eingesetzte Totwinkel-Sensor mit Ausparkassistent entwickeln. Er warnt während der Fahrt vor Fahrzeugen im toten Winkel und erkennt beim rückwärts Ausparken andere Verkehrsteilnehmer, die sich seitlich von hinten nähern. Die werden nämlich allzu oft übersehen. Droht ein Zusammenstoß bremst der Golf automatisch. Ein wahrer Segen ist die Verkehrsschilder-Erkennung. Wie oft fragen wir: Ist die Geschwindigkeit in diesem Autobahnabschnitt immer noch auf 80 km/h beschränkt? Ein Blick auf das Display des Sportsvan schafft Gewissheit. Denn die auf Wunsch erhältliche Verkehrszeichenerkennung informiert den Fahrer ständig über die aktuelle Verkehrssituation und zeigt ständig die aktuellen Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote an.

Es gibt nicht wenige Menschen, die hassen es, einzuparken. Im Sportsvan ist dieser Schrecken Vergangenheit. Man lässt einparken. Einfach langsam an einer Parklücke vorbeifahren – und der optionale elektronische Parklenkassistent „Park Assist“ misst die Abstände. Vollkommen selbständig sucht er die richtige Startposition. Und dann braucht der Fahrer nur noch den Gang einlegen, Gas geben und abbremsen. Das Lenkrad kurbelt wie von Geisterhand und steuert den Sportsvan selbst in die engste Längs- oder Querparklücke.

Zum Motor: Das wohl passendste Aggregat für den Sportsvan ist der 150 PS starke Zweiliter-Turbodiesel. 340 Nm Drehmoment spenden viel Kraft beim Überholen und erlauben den Sprint auf 100 in 9,2 Sekunden. Die Spitze beträgt 212 km/h. Im Verbrauch gibt sich der Sportsvan moderat. Die avisierten 4,8 Liter nach Norm werden beim Bummel über Landstraßen im Eco-Modus nur knapp verfehlt: 5,3 Liter schluckt er da – ein klasse Wert. Der Testverbrauch summiert sich auf 6,4 Liter. Die Fahreigenschaften sind gut. Der Fronttriebler durchrundet sehr gutmütig auch enge Kurven, schiebt nur im Grenzbereich über die Vorderräder zum Kurvenaußenrand, die Lenkung ist feinfühlig und die Bremsen packen ordentlich zu.

Der VW Sportsvan ist zweifelsohne auf die Generation 50plus zugeschnitten, passt aber auch für junge Familien, die schon ab 19 975 Euro (Benziner mit 85 PS) einsteigen können. Wer mehr auf der hohen Kante hat, kann bis 32 625 Euro ausgeben.

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