Volvo XC90 – Thors leuchtender Hammer

Wer Thors Hammer, jene vernichtende Waffe aus der nordischen Mythologie, als T-förmige Grafik für ein Tagfahrlicht wählt, der muss vor Selbstvertrauen strotzen. Volvo tut dies offensichtlich und beleuchtet so symbolisch den Weg in ein Zeitalter, den der brandneue XC90 an der Spitze einer ganzen Serie von kommenden Modellen befahren soll. So wollen die Schweden bis zum Jahr 2020 die Verkaufszahlen der Marke auf rund 800 000 verdoppeln – und der luxuriöse, mit modernster Elektronik vollgepackte XC90 macht Hoffnung, dass dies gelingen kann. Denn weltweit sind bereits 35 000 Vorbestellungen (in Deutschland 3500) für den SUV eingegangen, obwohl das Fahrzeug erst jetzt (am 13. Juni) auf den Markt kommt.

Er ist ein ganz schöner Brocken, dieser (optional) siebensitzige XC90: 4,95 Meter lang, 1,93 breit, 1,77 hoch und ein Kofferraum mit dem Volumen von maximal 1899 Liter. Das Design-Team um den deutschen Ex-VW-Mann Thomas Ingenlath hat die Wuchtigkeit des Schweden jedoch geschickt kaschiert. Klare Linien, geometrische Formen und glatte Flächen bestimmen die schnörkellose Architektur und finden ihren Höhepunkt im unverwechselbaren Gesicht mit dominantem Grill und eben diesem T-förmigen Tagfahrlicht in den Scheinwerfern. Hell und wohnlich wie ein skandinavisches Wohnzimmer erscheint der Innenraum des XC90. Akzente setzen weiches Leder, warmes Holz und kühles Aluminium – alles bestens verarbeitet. Der Blick des Fahrers fällt auf ein Cockpit, auf dem die Zahl der Knöpfe und Schalter von 60 auf acht heruntergepurzelt ist. Heute unterstützt neueste Technik den Fahrer, informiert via Head-up-Display über Geschwindigkeit, Verkehrsschilder und Navi-Hinweise, die direkt ins Blickfeld des Fahrers in die Windschutzscheibe eingespiegelt werden. Weniger Wichtiges ist über ein riesiges, intuitiv bedienbares Tablet-artiges Touchscreen (Diagonale knapp 23 Zentimeter) zu steuern. Das Infotainment-System neuester Generation ist perfekt, besitzt Bluetooth, kann Audio-Streaming und hat Internetzugang. Musik-Freaks genießen eine Audio-Anlage mit 19 Lautsprechern und 1400 Watt Leistung – gegen Aufpreis, versteht sich.

Zuschlag ist auch für die meisten der mittlerweile kaum überschaubaren Assistenten fällig, die den XC90 zu einem der sichersten Autos der Welt machen. Weltneuheit sind ein Kreuzungsassistent, der beim Abbiegen den Gegenverkehr überwacht und im Notfall den XC90 abbremst. Außerdem das Schutzsystem Run-off-Road-Protection, das die Insassen beim versehentlichen Abkommen von der Straße vor allem vor Rückenwirbel-Verletzungen bewahren soll.

Der rund zwei Tonnen schwere XC90 fährt agil wie ein Pkw. Dank Allrad ist das Kurvenverhalten vorbildlich, die Wankneigung minimal. Die Lenkung ist präzise und leichtgängig, die Luftfederung macht den Schweden zu einem souveränen Gleiter und komfortablen Langstrecken-Fahrzeug. Den Blick auf die Motorenpalette kommentieren wir mit: „Wenn das mal gut geht“. Volvo bietet nämlich ausschließlich aufgeladene Vierzylinder-Triebwerke mit zwei Litern Hubraum und Achtgang-Automatik an. Hierzulande werden sie in Anbetracht der Klimasituation sicherlich willkommen sein. Aber wie steht’s mit China und den USA? Dort wollen die Käufer Achtzylinder mit reichlich Hubraum – und ausgerechnet dort will Volvo die meisten der XC90 verkaufen.

Zur Markteinführung bietet Volvo im XC90 den Diesel D5 mit 225 PS (0-100 in 7,8 Sekunden, Spitze 220 km/h, Verbrauch 5,8 Liter, Preis 53 400 Euro) und den Benziner T6 mit 320 PS (0-100 in 6,5 Sekunden, Spitze 230 km/h, Verbrauch 8,0 Liter, 57 700 Euro) an. Ein 190-PS-Diesel mit Frontantrieb soll folgen. Der Preis 49 900 Euro. Top-Modell ist der Plug-in-Hybrid T8 Twin Engine mit einer Systemleistung von 407 PS und einem theoretischen Normverbrauch von 2,1 Litern. Die elektrische Reichweite beträgt 40 Kilometer. Der Preis ist ein Hammer – allerdings nicht der aus der nordischen Mythologie: 76 705 Euro kostet der Plug-in.

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