Der „Bulli“ VW T6 – wenn Gutes noch besser wird

20150407VR00220150407VR00620150407VR01220150407VR007

 

Er musste ja mal kommen, der neue „Bulli“, obwohl das jetzige Modell T5 bereits knapp dreizehn Jahre auf einer sagenhaften Erfolgswelle schwimmt. Rund zwei Millionen Mal wurde die T5-Baureihe (Kastenwagen, Pritsche, Doppelkabine, Kombi, Multivan, Caravelle und California) verkauft. Im vergangenen Jahr stiegen die Absatzzahlen sogar nochmal um mehr als zehn Prozent. Im Lebenszyklus von 65 Jahren wurden rund zwölf Millionen Bullis verkauft.

Wie immer beim Wechsel von einem außerordentlich erfolgreichen Vorgänger auf einen Nachfolger stellt sich die Frage: Was kann man eigentlich besser machen? Nun, von der Optik her hat sich Volkswagen sehr zurückgehalten. Änderungen im Design sind marginal – es ist mehr oder weniger nur ein Facelift. Die Plattform ist gleich, ebenso die Maße der Stirnfläche von zwei mal zwei Metern, die Radstände von 3,0 oder 3,40 Metern und Längen von 4,89 oder 5,29 Metern. Komplett neu gezeichnet ist die Frontpartie. Sie trägt das typische Volkswagen-Familiengesicht: Sehr modern interpretiert, mit klar definierten Linien – kraftvoll und bullig. Richtig zur Sache soll es in zwei Jahren gehen. Dann folgt der komplett neue T7.

17 neue Farbtöne machen den T6 bunt wie nie zuvor. Sehr schick sind vier Zweifarblackierungen, am Auffallendsten die für das Sondermodell Generation SIX in rot-weiß: Eine Reminiszenz an den neunsitzigen T1 Samba aus dem Jahre 1955 mit seinen 23 Fenstern (Foto). Für diesen Oldtimer werden heute im Top-Zustand Preise von mehr als 100 000 Euro gezahlt. Sehr hochwertig erscheint das Cockpit für die Großraumlimousinen mit Cupholdern, Multimediafach und Flaschenhalter. Hier war es wahrhaftig notwendig, etwas Gas zu geben, denn Mercedes zum Beispiel hat beim Konkurrenten V-Klasse das Armaturenbrett der C-Klasse eingebaut. Todschick das Ganze.

Im T6 reist man heute auf bequemeren Sitzen, die sich vielfältiger und elektrisch einstellen lassen. Die Schiebetüren können elektrisch geöffnet werden, ebenso die Heckklappe. Bei den Nutzfahrzeugen geht’s ein bisschen „billiger“ zu. Hier wurde im dreisitzigen Cockpit viel Wert auf Zweckmäßigkeit und Alltagstauglichkeit  gelegt. Die vielen offenen Ablagefächer schlucken von Papierkram bis zur Handwerker-Brotzeit nahezu alles.

Bei den Assistenz- und Infotainment-Systemen fährt der neue Bulli (er kommt Anfang Juni in den Handel) nun ebenfalls auf der Höhe der Zeit, hat sich in den Regalen bedient, die auch Golf und Co. nutzen. Der Navi-Bildschirm reagiert schon bei Annäherung und lässt sich wie bei Smartphones mit Wischgesten bedienen. Eine Frontkamera steuert auf Wunsch das adaptive Fernlicht der teils mit LED-Technik bestückten Scheinwerfer, ein Tempomat mit Abstandsregelung macht das Fahren auf der Langstrecke entspannter, eine Notbremsfunktion den Fahrbetrieb sicherer. Der Charakter des Fahrwerks lässt sich wie bei den VW-Pkw auf Knopfdruck verändern. Angetrieben wird der VW T6 von vier Diesel- oder zwei Ottomotoren mit Leistungen von 84 bis 204 PS. Die neuen Aggregate können mit Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb kombiniert werden und sollen im Schnitt rund zehn Prozent weniger Sprit verfeuern.

So wenig wie sich die Optik geändert hat, so wenig ändern sich auch die Preise. Der Einstiegs-Multivan kostet mit dem 84-PS-Diesel ab 29 952 Euro. (autour/khf)

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here