Das Sahnestück für die Kombi-Nation

Okay, dann sind wir halt uncool – in den Augen der Amis jedenfalls. Denn im Land der Straßenkreuzer gibt’s kaum Verständnis dafür, dass wir Deutschen so sehr die Kombis lieben, wo doch SUVs viel cooler sein sollen. Deshalb bietet Mercedes sein neues T-Modell der C-Klasse jenseits des Atlantiks gar nicht erst an. Hierzulande jedoch wird die Erfolgsgeschichte des C-Klasse T-Modell mit Sicherheit ein Bestseller.

Für Mercedes ist die C-Klasse immens wichtig, das T-Modell noch wichtiger. Wissen die Stuttgarter doch, dass zwei von drei C-Modellen als Kombi verkauft werden. Die Schwaben haben sich denn auch ordentlich ins Zeug gelegt und sagen der „normalen Mittelklasse“ adieu. Sie platzieren das Fahrzeug nun eine Stufe höher und siedeln den Lustfaktor des lifestyle-orientierten T-Modells deutlich höher an als dessen Ladekapazität. Die ist denn auch nur um zehn Liter gestiegen, liegt aber mit 490 bis 1510 Liter auf Höhe der Konkurrenten Audi A4 Avant und BMW 3er Touring.

Das T-Modell von heute ist mit 4,70 Meter um zehn Zentimeter, der Radstand um acht Zentimeter auf 2,84 Meter gewachsen. Das schafft Platz. Das Gewicht konnte dank Leichtbauweise um 65 Kilo reduziert werden. Das schlägt sich auch auf den Verbrauch nieder, der im Durchschnitt um 20 Prozent gesenkt werden konnte. Praktisch sind die im Verhältnis 40:20:40 per Knopfdruck elektrisch umlegbaren Rücksitzlehnen. Und genauso praktisch ist es, dass die Heckklappe nach einem Fußtritt unter den hinteren Stoßfänger von allein aufschwingt (ein Segen für bepackte Hausfrauen) und auch wieder schließt.

Dem Lustfaktor zuzurechnen ist die Steigerung der luxuriösen Ausstattung und der Qualität: Feine Materialien, blitzsaubere Verarbeitung sowie technische Innovationen wie Touch-Pad oder Head-up-Display heben die C-Klasse auf das Niveau einer S-Klasse und vermitteln, so Mercedes, ein „Welcome-Home-Gefühl“. Das T-Modell besitzt (meist gegen Aufpreis) ein gutes Dutzend Assistenzsysteme. Eines davon kann bis zu Tempo 200 eine Teilbremsung vollkommen alleine einleiten. Auch autonomes Fahren kann die C-Klasse, folgt selbstständig einem vorausfahrenden Fahrzeug – eine große Erleichterung im Stopp-und-Go-Verkehr. Klar, das T-Modell kann auch Konnektivität. Mit einem Smartphone loggt sich der Autofahrer ein und prüft von außen, ob die Türen geschlossen sind, der Tank voll und die Standheizung programmiert ist.

Bei den Motoren haben Mercedes-Kunden die Qual der Wahl. Ganz neu bei den Benzinern ist der C400 4Matic mit 333 PS für 53 907 Euro. Neu auch die von Renault adaptierten 1,6-Liter-Vierzylinder im C 180 Bluetec mit 116 PS für 35 581 Euro. Die 136 PS-Version im C 200 Bluetec kostet ab 37 961 Euro. Ebenfalls neu in der Preisliste ist die Allrad-Variante des C 250 Bluetec für 48 076 Euro und der C 300 Bluetec Hybrid mit 204 PS zum Preis von 48 671 Euro.

Im Test fuhren wird den C250 BlueTec mit 204 PS und der bärigen Kraft von 500 Newtonmetern. Ein Hochgenuss. Nur leise säuselt der Diesel, die Luftfederung lässt nichts durchdringen an malträtierte Bandscheiben, die Sieben-Stufen-Automatik schaltet unmerklich. Was will man mehr – neben 35 224 Euro, die für das Basismodell in dieser Motorisierung zu zahlen sind. (autour/khf)

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here